„Feedback is the Breakfast of Champions.“ – Das ist ein Zitat, das Ken Blanchard zugeschrieben wird, einem angesehenen Autor, Management-Experten und Unternehmensberater. Danach würde ohne Feedback die Organisation „verhungern“, denn sie wäre nicht in der Lage, sich zu verbessern, anzupassen oder weiterzuentwickeln. Ohne Zweifel ist Feedback ein wichtiges Element guter Führung. Mitarbeiter können nicht im leeren Raum agieren, sie müssen wissen, wo ihre Stärken liegen, und was sich noch verbessern lässt.

Allerdings hat Marshall Goldsmith erkannt, dass Feedback mindestens einen fundamentalen Nachteil hat: Es kommt prinzipiell immer zu spät, denn es geht immer um den Blick zurück in die Vergangenheit, anstatt voraus in die Zukunft zu blicken.

Um diesen Nachteil zu überwinden, entwickelte Marshall Goldsmith das FeedFORWARD-Konzept. Dabei handelt es sich um eine Methode, die Menschen wertvolle Impulse gibt, die sich auf die Zukunft beziehen, nicht auf die Vergangenheit. Es wird nicht darüber diskutiert, was in der Vergangenheit falsch gelaufen ist, sondern welche Möglichkeiten sich bieten, die Zukunft besser zu gestalten. Denn Chancen zur Weiterentwicklung gibt es nur in der Zukunft.

Das Prinzip ist denkbar einfach: zum Beispiel beschreibt eine Führungskraft ein Thema – in der Regel eine Verhaltensweise – an dem sie arbeiten, sich verbessern möchte. Sobald dieses – meist schon bekannte – Thema feststeht, entwickeln die Mitarbeiter, d.h. die FeedFORWARD-Geber, konkrete Vorschläge, die ihre Führungskraft dabei unterstützen könnten.

Sagen wir, eine Führungskraft möchte in Zukunft nicht nur Routine-Tätigkeiten, sondern auch wichtige Aufgaben an ihre Mitarbeiter delegieren. Bislang fiel ihr das eher schwer, was auch in Mitarbeiterbefragungen deutlich wurde. Sie bittet jetzt ihre engsten Mitarbeiter individuell um konkrete Vorschläge, was sie zukünftig anders machen soll, um dieses Ziel bei jeder Einzelnen zu erreichen. Und nach einer gewissen Zeit, zum Beispiel einem Monat, fragt die Führungskraft aktiv nach, ob sich aus Sicht ihrer Mitarbeiterin schon etwas verändert hat. In diesem Sinne ergänzen sich FeedFORWARD und Feedback auf natürliche Weise.

Der entscheidende Aspekt des FeedFORWARD liegt dabei weniger in der Unterscheidung zwischen Zukunft und Vergangenheit – er liegt vielmehr in der dahinter liegenden Geisteshaltung:

Wer Feedback erhält, reagiert manchmal eher defensiv. Im Gegensatz dazu wird beim FeedFORWARD das natürliche Bestreben des Menschen angesprochen, Neues zu erkunden. Sie ist in der Regel neugierig zu erfahren, was sie im Leben und Beruf weiterbringen könnte. Daher ist in einer FeedForward-Diskussion oft mehr positive Energie spürbar als in einer Feedback-Sitzung.

FeedFORWARD klingt einfach. Aber es ist nicht leicht. Denn es erfordert Mut.

Den Mut, sich seinen Schwächen zu stellen, den Finger in die Wunde zu legen. Den Mut, andere um Unterstützung zu bitten. Den Mut, die Impulse aufzugreifen und dabei nicht in einen Verteidigungsmodus zu fallen. Den Mut, zuzuhören, auch wenn es unangenehm wird.

Literaturtipp

Titel: Feedforward
Autor/en: Marshall Goldsmith
ISBN: 1939418003
EAN: 9781939418005
Booklet.
Sprache: Englisch.
Writers of the Round Table Press